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Verordnung über die digitale operationale Resilienz im Finanzsektor (DORA) ​

Diese Seite beschreibt das Community-Rahmenwerk DORA, wie es mit SWAO ausgeliefert wird: was es abdeckt, wann Sie es einsetzen, was SWAO dabei prüft und wie Sie es aktivieren.

Überblick ​

EigenschaftWert
Framework-ID (für regimes_active)DORA
HerausgeberEuropäische Union (Verordnung (EU) 2022/2554)
Version2025-01-17
StatusIm Katalog nicht deklariert
SWAO-Katalogversion1.0.0
Controls gesamt31
Bewertungsmodusbinary (deklariert)
Assessment-Typen (Metadaten)app, aud
Lizenz und WeiterverbreitungDORA ist ein EU-Rechtsakt und gemäß den EUR-Lex-Bedingungen weiterverwendbar. Die Control-Beschreibungen geben die Verordnung sinngemäß wieder und sind keine Rechtsberatung; ziehen Sie Rechtsberatung und Ihre zuständige Aufsichtsbehörde hinzu.
Zuletzt geprüft2026-09-21
Ordnerdora

Worum es geht ​

DORA (Verordnung (EU) 2022/2554) ist eine EU-Verordnung zur digitalen operationalen Resilienz des Finanzsektors. Sie gilt seit dem 17. Januar 2025 und ist in allen Mitgliedstaaten unmittelbar verbindlich. Sie umfasst IKT-Risikomanagement, Behandlung und Meldung IKT-bezogener Vorfälle, Tests der digitalen operationalen Resilienz, Management des IKT-Drittparteienrisikos und Informationsaustausch.

Der SWAO-Katalog enthält 31 Controls in den fünf Säulen von DORA, benannt nach Artikeln (zum Beispiel DORA_Art_9_1 für Artikel 9).

Wer es in SWAO einsetzt und wann ​

  • Banken, Versicherer, Wertpapierfirmen, Zahlungsinstitute und andere Finanzunternehmen in der EU (Hinweise im Katalog: financial_services, banking, insurance, payment_institution, investment_firm, eu_critical_infrastructure).
  • IKT-Drittdienstleister, die EU-Finanzunternehmen bedienen und die Übereinstimmung mit den DORA-Pflichten ihrer Kunden zeigen müssen.
  • DORA-Readiness- und Gap-Analysen für Workloads, die in die Cloud wechseln.

Was SWAO prüft ​

Die Controls werden in Pass 11 (Compliance-Bewertung) bewertet. Der Pass liest die Liste assessment.regimes_active aus der .swao.yml der App, lädt den Katalog und sendet die Controls in Paketen zu je 20 an das konfigurierte LLM. Für jedes Control erhält das LLM ID, Titel, Beschreibung und Standard-Schweregrad sowie alle Signale, die die vorherigen Passes dieses Laufs erzeugt haben. Das LLM gibt je Control eines von fünf Ergebnissen zurück:

ErgebnisBedeutung
SATISFIEDDie Signale bestätigen, dass das Control erfüllt ist.
PARTIALEinige Elemente sind vorhanden, es bleiben Lücken.
GAPDie Signale zeigen, dass das Control nicht erfüllt ist.
UNKNOWNKein Signal spricht für oder gegen das Control.
N_ADas Control gilt für diesen Workload nicht (mit Begründung).

Zitierte Signal-IDs werden gegen die tatsächlich vorhandenen Signale geprüft; erfundene IDs werden verworfen. Ohne konfigurierten LLM-Anbieter wird jedes Control als UNKNOWN ausgewiesen.

Welche Nachweise die Controls erwarten ​

Jedes Control deklariert im Feld evidence_basis, auf welcher Art von Nachweis es beruht. Diese Angabe beschreibt den erwarteten Nachweis für die prüfende Person; das Ergebnis selbst bestimmt das LLM anhand der Signale. Für dieses Rahmenwerk ergibt sich folgende Aufteilung:

NachweisartControls
Nur Code- und Konfigurationssignale (signal_prefix, local_signal_regex)5
Signale und Dokumente kombiniert4
Nur Dokumente oder Fragebögen (context_input, manual_questionnaire)22
Davon als reines Audit-Control gekennzeichnet (assessment_type_scope: [aud])8
Als Verantwortung des Cloud-Anbieters gekennzeichnet (csp_inherited: true)0

Referenzierte Signalbereiche ​

PräfixControlsQuelle
TF3Pass 06 (TF)
OBS3Nachweisbereich Beobachtbarkeit, Logging und Monitoring; kein SWAO-Analysepass erzeugt Signale mit diesem Präfix
EGR1Pass 07 (EGR)
IAM1Nachweisbereich Identität und Zugriff; kein SWAO-Analysepass erzeugt Signale mit diesem Präfix
CRYPTO1Pass 08 (CRYPTO)
SBOM1Pass 05 (SBOM)

Beispiele ​

Controls mit Code- oder Konfigurationsnachweis:

  • DORA_Art_7_1 ICT systems hardening and lifecycle management (TF)
  • DORA_Art_7_2 Network topology and traffic segregation (EGR, TF)
  • DORA_Art_9_1 Access control and privileged access management (IAM)

Controls, die Dokumente benötigen:

  • DORA_Art_5_1 Management body accountability for ICT risk
  • DORA_Art_5_2 ICT strategy and budget oversight by management body

Beispiele für reine Audit-Controls: DORA_Art_17, DORA_Art_19, DORA_Art_24.

Dokumente legen Sie im Ordner apps/<app-id>/wsp/inputs/ ab, damit Pass 04 (CTX) sie einliest und als Signale bereitstellt; siehe auch Workspace einrichten. Fehlen sie, ist für dokumentenbasierte Controls UNKNOWN zu erwarten.

Aufbau der Controls ​

Gruppenbezeichnungen und Control-Titel werden wie im Katalog (Englisch) wiedergegeben.

GruppeControlsBeispiel-Controls
Pillar 1: ICT Risk Management18DORA_Art_5_1 Management body accountability for ICT risk; DORA_Art_5_2 ICT strategy and budget oversight by management body
Pillar 2: ICT Incident Management and Reporting4DORA_Art_15 ICT incident management process; DORA_Art_16 ICT incident classification and major incident determination
Pillar 3: Digital Operational Resilience Testing3DORA_Art_24 Digital operational resilience testing programme; DORA_Art_25 Vulnerability and penetration testing
Pillar 4: ICT Third-party Risk Management5DORA_Art_28_1 Third-party ICT risk strategy and oversight function; DORA_Art_28_2 Register of ICT third-party contractual arrangements
Pillar 5: Information Sharing1DORA_Art_45 Voluntary cyber threat information sharing
Summe31

Standard-Schweregrade: critical 2, high 22, medium 6, low 1.

Cross-Mapping ​

28 von 31 Controls tragen maps_to-Verweise auf Controls anderer Rahmenwerke. Die folgende Tabelle zählt die Verweise je Zielrahmenwerk. "Aufgelöst" bedeutet, dass die Ziel-ID als Control in einem mitgelieferten SWAO-Katalog existiert; "nicht aufgelöst" bedeutet, dass der Verweis auf Artikel- oder Klauselebene zielt oder eine ID-Schreibweise verwendet, die kein Katalog enthält.

ZielrahmenwerkAufgelöste VerweiseNicht aufgelöste Verweise
ISO_27001390

Umgekehrt verweisen Controls dieser Rahmenwerke auf Controls von DORA: COBIT_5 (2).

Zusätzlich nennen die Metadaten (cross_mapping_hints) folgende verwandte Rahmenwerke: ISO_27001, NIS2, BSI_C5, SOC_2, GDPR. Diese Liste ist ein Hinweis auf thematische Überschneidung, kein Control-Mapping.

Demo-Variante ​

EigenschaftWert
Framework-IDDORA_DEMO
Ordnerdora-demo
Controls12
Katalogversion0.1.0
Zuletzt geprüft2026-09-21
In neuen Workspaces vorinstalliertNein

Die Demo-Variante enthält 12 Controls aus allen fünf Säulen und verwendet die artikelbasierten IDs des vollständigen Rahmenwerks (zum Beispiel DORA_Art_9_1, DORA_Art_17, DORA_Art_30). Sie ist für Live-Präsentationen gedacht; für echte Assessments verwenden Sie das vollständige DORA-Rahmenwerk. Die Demo-Controls enthalten keine maps_to-Einträge und keine aud-Kennzeichnung.

Die Demo-Variante ist für Workshops, Schulungen und Präsentationen gedacht, bei denen ein kurzer Bericht wichtiger ist als vollständige Abdeckung. Aktivieren Sie sie mit ihrer eigenen ID, zum Beispiel regimes_active: [DORA_DEMO].

Rahmenwerk beziehen oder anpassen ​

Um das Rahmenwerk für ein einzelnes Projekt anzupassen, kopieren Sie den Ordner dora (mit framework-meta.yaml und controls.yaml) in den Workspace nach wsp/inputs/catalogs/community/dora/ und bearbeiten Sie dort die Kopie. SWAO liest Kataloge für die Compliance-Bewertung aus diesem Verzeichnis; die Workspace-Kopie ist damit maßgeblich. Behalten Sie die id in regime_meta bei, damit regimes_active sie weiterhin findet, und prüfen Sie die Kopie anschließend mit dem Health Check.

Aktivieren ​

  1. Stellen Sie sicher, dass der Ordner dora unter wsp/inputs/catalogs/community/ im Workspace liegt (siehe oben). Neue Workspaces enthalten nach swao init nur die Demo-Rahmenwerke gdpr-demo, ai-10-pillars-demo, nist-sp-800-66r2-demo und bsi-grundschutz-2023-demo.

  2. Tragen Sie die Framework-ID in die .swao.yml der App ein (apps/<app-id>/.swao.yml):

    yaml
    assessment:
      regimes_active: [DORA]

    Mehrere Rahmenwerke werden als Liste angegeben, zum Beispiel regimes_active: [DORA, GDPR]. Alternativ schreibt swao regime-select --app app-crm-01 --regimes "DORA" denselben Eintrag.

  3. Führen Sie das Application Assessment mit einem konfigurierten LLM aus.

Pass 11 liest regimes_active aus der .swao.yml der App. Hat die App keine Liste, verwendet er die Liste in der .swao.yml im Workspace-Stammverzeichnis (die swao regime-select ohne --app schreibt); eine Liste in der App hat immer Vorrang. Fehlt der Katalog, erzeugt Pass 11 ein Signal COMP-NN mit dem Hinweis, dass kein Katalog gefunden wurde.

Grenzen und Hinweise ​

  • Aufsichtliche Meldungen (Art. 17, 19), Resilienztests einschließlich TLPT (Art. 24 bis 26) sowie das Informationsregister und die Vertragsbestimmungen für IKT-Dienstleister (Art. 28 Abs. 2, 30, 31) sind als aud gekennzeichnet. SWAO kann sie im Code nicht beobachten; sie erfordern Prüfungs- oder Aufsichtsnachweise.
  • Die technischen Regulierungs- und Durchführungsstandards (RTS/ITS) der Europäischen Aufsichtsbehörden sind nicht als eigene Controls modelliert.
  • Säule 5 ist nur durch ein Control (Art. 45, Informationsaustausch) vertreten.
  • Die Ergebnisse stammen von einem LLM, das Signale und Dokumente auswertet. Sie sind ein strukturierter Ausgangspunkt für die Prüfung durch Fachleute, kein Prüfurteil und keine Zertifizierung.
  • Die Control-Texte sind sinngemäße Zusammenfassungen. Maßgeblich ist immer die offizielle Quelle des Herausgebers.
  • Diese Seite und die SWAO-Ergebnisse sind keine Rechtsberatung.

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