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HIPAA Security Rule mit Umsetzungsleitfaden NIST SP 800-66 Revision 2 (NIST_SP_800_66R2) ​

Auf einen Blick ​

MerkmalWert
Framework-ID (für regimes_active)NIST_SP_800_66R2
HerausgeberU.S. Department of Health and Human Services (45 CFR Part 164 Subpart C, Security Rule); Umsetzungsleitfaden von NIST (SP 800-66 Revision 2, Februar 2024)
VersionNIST SP 800-66r2 / 2024-02
StatusIn den Katalog-Metadaten nicht angegeben
SWAO-Katalogversion0.1.0
Anzahl Kontrollen49
Bewertungsmodusbinary (deklariert). Der Katalog bildet zusätzlich die HIPAA-eigene Bewertung auf SWAO-Ergebnisse ab, siehe unten.
Assessment-Scope (framework-meta)app, aud
Signal-PräfixHIPAA
Lizenz und WeitergabeNIST SP 800-66r2 ist ein Werk der US-Regierung und in den USA nicht urheberrechtlich geschützt (17 USC 105); die Security Rule ist Bundesrecht. Titel sind wörtlich übernommen, Beschreibungen sinngemäß.
Zuletzt geprüft2026-05-23

Worum es geht ​

Die HIPAA Security Rule (45 CFR Part 164 Subpart C) ist US-Bundesrecht auf Grundlage des Health Insurance Portability and Accountability Act. Sie verpflichtet Covered Entities (Krankenversicherer, Clearingstellen und die meisten Leistungserbringer im Gesundheitswesen) und deren Business Associates, elektronische geschützte Gesundheitsinformationen (ePHI) durch administrative, physische und technische Schutzmaßnahmen zu sichern. NIST SP 800-66 Revision 2 (Februar 2024) ist der Umsetzungsleitfaden von NIST zu dieser Regel; er ist eine Empfehlung, keine Rechtsnorm.

Die Regel gliedert sich in Abschnitte, Standards und Implementation Specifications. Diese sind entweder Required (R) oder Addressable (A): Eine Addressable-Spezifikation kann durch eine gleichwertige Alternativmaßnahme erfüllt werden, wenn die Einrichtung dies begründet dokumentiert. SWAO bildet jede Implementation Specification als eine Kontrolle ab und gruppiert die Kontrollen nach den fünf Abschnitten 164.308, 164.310, 164.312, 164.314 und 164.316. Dieses Framework ersetzt den früheren HIPAA-Platzhalter mit drei Kontrollen (replaces: HIPAA).

Wer es in SWAO nutzen sollte und wann ​

Setzen Sie NIST_SP_800_66R2 für jeden Workload ein, der ePHI für den US-Markt speichert, verarbeitet oder überträgt: elektronische Patientenakten, Gesundheitsdatenanalyse, Telemedizin, Abrechnungsverarbeitung und die Cloud-Plattformen, auf denen diese laufen. Es gilt für Covered Entities und für Business Associates wie SaaS- und Hosting-Anbieter. Es lässt sich gut mit SOC_2 für US-amerikanische B2B-Kunden und mit GDPR kombinieren, wenn dieselbe Gesundheitsplattform auch die EU bedient.

Das Framework deklariert eine Souveränitätsanforderung (require_certifications: [HIPAA]), die das Landing-Zone-Assessment beim Vergleich von Zielplattformen nutzen kann.

Was SWAO prüft ​

Die Kontrollen werden im Compliance-Pass bewertet (Pass 11, COMP). Für jedes Framework in assessment.regimes_active übergibt der Pass ID, Titel, Beschreibung und Standard-Schweregrad jeder Kontrolle zusammen mit allen zuvor im Lauf erzeugten Signalen in Blöcken zu je 20 Kontrollen an das konfigurierte LLM. Das LLM liefert je Kontrolle ein Ergebnis mit kurzer Begründung:

ErgebnisBedeutung
SATISFIEDDie Signale bestätigen, dass die Kontrolle erfüllt ist.
PARTIALEinzelne Elemente sind vorhanden, es bleiben jedoch Lücken.
GAPDie Signale zeigen, dass die Kontrolle nicht erfüllt ist.
UNKNOWNKein Signal spricht für oder gegen die Kontrolle.
N_ADie Kontrolle ist für diesen Workload nicht anwendbar (mit Begründung).

Vom LLM zitierte Signale werden gegen die tatsächlichen Signale des Laufs geprüft; Pfade zu Evidenzdateien stammen aus den zitierten Signalen, nicht vom LLM. Ist kein LLM-Provider konfiguriert, wird jede Kontrolle als UNKNOWN erfasst und das Framework erhält den Status pending-llm. Ein Sammelsignal COMP-NN fasst die Ergebnisse je Framework zusammen.

Jede Kontrolle im Katalog deklariert zusätzlich eine evidence_basis, also die Signalfamilie oder das Dokument, an dem sie gemessen werden soll. Der Evaluator filtert nicht nach diesem Feld. Es zeigt Prüfern, welche Evidenz zählt, und erscheint in der HTML-Publikation als Umfang der automatisierten Prüfung. Dokumente wie Richtlinien, Runbooks und Architekturbeschreibungen gelangen über den Ingest-Pass und den Kontext-Pass in den Lauf.

Der Katalog bildet die HIPAA-eigene Bewertung auf SWAO-Ergebnisse ab (rating_scale in framework-meta.yaml):

HIPAA-StatusSWAO-ErgebnisMindest-Schweregrad
Vollständig umgesetzt (R) / umgesetzt oder Alternativmaßnahme (A)SATISFIED
Teilweise umgesetztPARTIAL
Nicht umgesetzt, keine Alternativmaßnahme dokumentiert (A)GAPhigh
Nicht umgesetzt (R)GAPcritical
Nicht anwendbarN_A

Bei den technischen Schutzmaßnahmen hilft Evidenz aus Code und Konfiguration am meisten: 7 der 9 technischen Kontrollen deklarieren eine Signalfamilie, eine weitere (HIPAA-TEC-03) einen lokalen regulären Ausdruck. Administrative, physische und Dokumentations-Kontrollen stützen sich auf Dokumente. Zehn Kontrollen deklarieren einen manuellen Fragebogen, etwa HIPAA-ADM-07 Workforce Clearance Procedure; der Framework-Ordner enthält unter evidence/ acht Evidenzvorlagen (vier Markdown-Vorlagen und vier Fragebögen). 16 Kontrollen deklarieren automatisierte Evidenz:

KontrolleTitelDeklarierte Evidenzbasis
HIPAA-ADM-04Information System Activity Review (Required), 164.308(a)(1)(ii)(D)OBS
HIPAA-ADM-10Access Authorisation (Addressable), 164.308(a)(4)(ii)(B)IAM
HIPAA-ADM-11Access Establishment and Modification (Addressable), 164.308(a)(4)(ii)(C)IAM
HIPAA-ADM-14Log-in Monitoring (Addressable), 164.308(a)(5)(ii)(C)OBS
HIPAA-ADM-15Password Management (Addressable), 164.308(a)(5)(ii)(D)IAM
HIPAA-ADM-17Data Backup Plan (Required), 164.308(a)(7)(ii)(A)DR
HIPAA-ADM-18Disaster Recovery Plan (Required), 164.308(a)(7)(ii)(B)DR
HIPAA-PHY-10Data Backup and Storage (Addressable), 164.310(d)(2)(iv)DR
HIPAA-TEC-01Unique User Identification (Required), 164.312(a)(2)(i)IAM
HIPAA-TEC-03Automatic Logoff (Addressable), 164.312(a)(2)(iii)local_signal_regex
HIPAA-TEC-04Encryption and Decryption at Rest (Addressable), 164.312(a)(2)(iv)CRYPTO (Pass 08)
HIPAA-TEC-05Audit Controls (Required), 164.312(b)OBS
HIPAA-TEC-06Integrity Mechanism for ePHI (Addressable), 164.312(c)(2)CRYPTO (Pass 08)
HIPAA-TEC-07Person or Entity Authentication (Required), 164.312(d)IAM
HIPAA-TEC-08Integrity Controls in Transit (Addressable), 164.312(e)(2)(i)CRYPTO (Pass 08)
HIPAA-TEC-09Encryption in Transit (Addressable), 164.312(e)(2)(ii)CRYPTO (Pass 08)

Hinweis: Dieser Katalog deklariert die Signalfamilien DR, IAM, OBS. Kein Pass der aktuellen Version erzeugt Signale mit diesen Präfixen. Die betroffenen Kontrollen werden daher in der Praxis anhand verwandter Signale (etwa Terraform-, Egress- oder Kryptografie-Befunde) und anhand von Kontextdokumenten bewertet.

Aufbau der Kontrollen ​

Jede Kontrolle ist auf den Achsen section, family, requirement und applies-to getaggt. Nach requirement-Tag sind 22 Kontrollen Required, 22 Addressable und 5 Kontrollen auf Standard-Ebene ohne eigene Implementation Specification (HIPAA-ADM-05, HIPAA-ADM-22, HIPAA-PHY-05, HIPAA-PHY-06, HIPAA-PND-01).

Domäne / SäuleKontrollenDeklarierte automatisierte EvidenzBeispielkontrollen
Administrative Safeguards237HIPAA-ADM-01 Risk Analysis (Required), 164.308(a)(1)(ii)(A); HIPAA-ADM-02 Risk Management (Required), 164.308(a)(1)(ii)(B)
Physical Safeguards101HIPAA-PHY-01 Contingency Operations (Addressable), 164.310(a)(2)(i); HIPAA-PHY-02 Facility Security Plan (Addressable), 164.310(a)(2)(ii)
Technical Safeguards98HIPAA-TEC-01 Unique User Identification (Required), 164.312(a)(2)(i); HIPAA-TEC-02 Emergency Access Procedure (Required), 164.312(a)(2)(ii)
Organisational Requirements30HIPAA-ORG-01 Business Associate Contracts (Required), 164.314(a)(2)(i); HIPAA-ORG-02 Other Arrangements (Required), 164.314(a)(2)(ii)
Policies and Procedures and Documentation40HIPAA-PND-01 Policies and Procedures: 164.316(a); HIPAA-PND-02 Documentation Time Limit (Required), 164.316(b)(2)(i)
Summe4916

Querverweise auf andere Frameworks ​

Mappings je Kontrolle in controls.yaml (maps_to), gezählt nach Ziel-Framework:

Ziel-FrameworkKontrollen mit mindestens einem maps_to-Verweis
ISO_2700143
SOC_229

Deklarierte Querverweis-Hinweise in framework-meta.yaml (auf Framework-Ebene, nicht je Kontrolle): ISO_27001, SOC_2, COBIT_5, GDPR, DORA, NIST_CSF_2, NIST_800_53R5, HITRUST_CSF, PCI_DSS, ISO_27799.

Demo-Variante ​

Es gibt zwei Teilmengen in Demo-Größe. Beide enthalten dieselben 12 Kontrollen mit denselben IDs (HIPAA_DEMO.ADM_01 und ähnlich): sechs administrative und fünf technische Schutzmaßnahmen sowie eine organisatorische Anforderung, ausgewählt für Querbezüge zu GDPR_DEMO, AI_10_PILLARS_DEMO und BSI_GRUNDSCHUTZ_2023_DEMO.

Framework-IDOrdnerKontrollenHinweise
NIST_SP_800_66R2_DEMOnist-sp-800-66r2-demo12Wird von swao init in jeden neuen Workspace übernommen und von swao framework list angezeigt.
NIST_HIPAA_DEMOnist-hipaa-demo12Gleicher Inhalt unter anderer ID; die framework-meta.yaml setzt listed: false, daher zeigt swao framework list es nicht an, und es wird nicht automatisch angelegt.

Aktivieren Sie in einer Anwendung nur eine der beiden Varianten, da sie dieselben Kontrollen bewerten. Für Kundenergebnisse verwenden Sie das vollständige NIST_SP_800_66R2.

Aktivierung ​

  1. Erkennung. Kopieren Sie den Ordner nist-sp-800-66r2-hipaa in den Workspace nach wsp/inputs/catalogs/community/nist-sp-800-66r2-hipaa/ (siehe nächster Abschnitt). Jeder Framework-Ordner dort wird automatisch erkannt; eine Registrierung ist nicht nötig. Die Framework-Auswahl der TUI (Run Assessment, dann der Framework-Schritt der Anwendung) bietet ihn an, und der Compliance-Pass löst Kataloge aus diesem Workspace-Ordner auf. In der TUI zeigt die Framework-Auswahl für Anwendungs-Assessments installierte Frameworks, deren assessment_type_scope den Wert app enthält. Dieses Framework deklariert app und aud und erscheint dort; die Auswahl für Landing-Zone-Assessments zeigt alle installierten Frameworks.

  2. Auswahl. Die gewählten Frameworks werden je Anwendung in apps/<app-id>/.swao.yml als assessment.regimes_active gespeichert, und der Compliance-Pass bewertet genau diese Liste. Die TUI schreibt den Eintrag für Sie; auf der Kommandozeile verwenden Sie swao regime-select --app <app-id> --regimes NIST_SP_800_66R2. Alternativ bearbeiten Sie die .swao.yml der Anwendung von Hand:

    yaml
    assessment:
      regimes_active: [NIST_SP_800_66R2]

    Mehrere Frameworks lassen sich in einer Liste kombinieren. Sollen mehrere Anwendungen gegen dasselbe Framework geprüft werden, tragen Sie die ID bei jeder Anwendung ein.

  3. Workspace-Ebene. Eine Liste regimes_active in der .swao.yml des Workspaces gilt für jede Anwendung ohne eigene Liste. Eine Liste in der App hat immer Vorrang.

  4. Prüfung. Führen Sie swao health-check aus: Der Check meldet IDs in regimes_active, für die kein Katalog installiert ist.

Framework beziehen oder anpassen ​

Die Quelle des Frameworks (framework-meta.yaml, controls.yaml und ggf. weitere Dateien) ist öffentlich. Sie können sie auf GitHub ansehen und per Kopieren und Einfügen übernehmen:

Um das Framework für ein einzelnes Engagement anzupassen, kopieren Sie den Ordner nist-sp-800-66r2-hipaa in Ihren Workspace nach wsp/inputs/catalogs/community/nist-sp-800-66r2-hipaa/ und bearbeiten Sie dort die Kopie, etwa um Schweregrade anzupassen oder engagementspezifische Kontrollen zu ergänzen. SWAO liest diesen Workspace-Ordner; das mit SWAO ausgelieferte Original bleibt unverändert. Legen Sie die Kopie direkt unter community/ ab, denn Ordner, deren Name mit einem Punkt beginnt, werden übersprungen. Halten Sie regime_meta.id eindeutig: Deklarieren zwei Workspace-Ordner dieselbe ID, wird nur einer davon geladen. swao framework info NIST_SP_800_66R2 zeigt die mitgelieferten Metadaten an.

Grenzen und Hinweise ​

  • SWAO erstellt eine evidenzbasierte Voreinschätzung. Sie ist weder eine Zertifizierung noch ein Prüfungsurteil oder eine Rechtsberatung. Prüfen Sie jedes Ergebnis SATISFIED und GAP, bevor Sie sich darauf stützen, und ziehen Sie für formale Compliance-Aussagen qualifizierte Prüfer oder Rechtsberater hinzu.
  • Die Ergebnisse hängen von der im Lauf verfügbaren Evidenz (Code, Konfiguration, Infrastructure-as-Code, eingelesene Dokumente) und von der Bewertung durch das LLM ab. Spricht kein Signal eine Kontrolle an, ist das LLM angewiesen, UNKNOWN statt GAP zu liefern.
  • Organisatorische, physische und vertragliche Kontrollen lassen sich nicht aus Code belegen. Dafür werden vom Kunden bereitgestellte Dokumente benötigt.
  • HIPAA-TEC-03 Automatic Logoff deklariert einen lokalen regulären Ausdruck über Quell- und Konfigurationsdateien (Session- oder Idle-Timeout-Einstellungen). Der Compliance-Pass führt diesen Ausdruck nicht selbst aus; die Kontrolle wird wie alle anderen anhand der Signale des Laufs bewertet.
  • Business Associate Agreements, Sanktionen gegenüber Beschäftigten und Kontrollen der Einrichtungen erfordern Dokumente des Kunden.
  • Über die Einhaltung der HIPAA entscheidet die Covered Entity und im Vollzug das Office for Civil Rights des HHS; SWAO-Ergebnisse dienen der Vorbereitung.