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SOC 2 Trust Services Criteria (SOC_2) ​

Auf einen Blick ​

MerkmalWert
Framework-ID (für regimes_active)SOC_2
HerausgeberAmerican Institute of Certified Public Accountants (AICPA)
Version2017-revised
StatusIn den Katalog-Metadaten nicht angegeben
SWAO-Katalogversion1.0.0
Anzahl Kontrollen64
Bewertungsmodusbinary (in framework-meta.yaml deklariert)
Assessment-Scope (framework-meta)app, aud
Signal-PräfixSOC2
Lizenz und WeitergabeDie Kriterien werden vom AICPA öffentlich zusammengefasst; der vollständige Leitfaden AT-C Abschnitt 205 ist kostenpflichtig. Die Beschreibungen geben die Kriterien sinngemäß wieder; AICPA-Text wird nicht wiedergegeben.
Zuletzt geprüft2026-09-21

Worum es geht ​

SOC 2 ist ein Prüfbericht (Attestation), weder ein Gesetz noch eine Zertifizierung. Eine zugelassene Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (CPA) prüft die Kontrollen eines Dienstleisters gegen die AICPA Trust Services Criteria und erstellt einen Type-I-Bericht (Ausgestaltung zu einem Stichtag) oder einen Type-II-Bericht (Ausgestaltung und Wirksamkeit über einen Zeitraum). SOC-2-Berichte werden häufig von US-amerikanischen Unternehmenskunden von SaaS- und Cloud-Diensten verlangt.

Die Kriterien sind in fünf Trust Services Categories gegliedert. Die Common Criteria (CC, Sicherheit) sind in jedem SOC-2-Bericht Pflicht; Availability (A), Processing Integrity (PI), Confidentiality (C) und Privacy (P) kommen je nach den Zusagen der Organisation hinzu. Der SWAO-Katalog enthält 64 Kontrollen: 36 CC, 3 A, 5 PI, 2 C und 18 P.

Wer es in SWAO nutzen sollte und wann ​

Setzen Sie SOC_2 für SaaS-Plattformen, cloudbasierte B2B-Dienste, Managed Service Provider und Auftragsverarbeiter ein, die an US-amerikanische Unternehmenskunden verkaufen oder sich auf eine erste SOC-2-Prüfung vorbereiten. Es eignet sich als Reifeprüfung vor der Beauftragung eines Wirtschaftsprüfers und lässt sich mit ISO_27001 für internationale Kunden und mit GDPR für die Privacy-Kategorie kombinieren.

Was SWAO prüft ​

Die Kontrollen werden im Compliance-Pass bewertet (Pass 11, COMP). Für jedes Framework in assessment.regimes_active übergibt der Pass ID, Titel, Beschreibung und Standard-Schweregrad jeder Kontrolle zusammen mit allen zuvor im Lauf erzeugten Signalen in Blöcken zu je 20 Kontrollen an das konfigurierte LLM. Das LLM liefert je Kontrolle ein Ergebnis mit kurzer Begründung:

ErgebnisBedeutung
SATISFIEDDie Signale bestätigen, dass die Kontrolle erfüllt ist.
PARTIALEinzelne Elemente sind vorhanden, es bleiben jedoch Lücken.
GAPDie Signale zeigen, dass die Kontrolle nicht erfüllt ist.
UNKNOWNKein Signal spricht für oder gegen die Kontrolle.
N_ADie Kontrolle ist für diesen Workload nicht anwendbar (mit Begründung).

Vom LLM zitierte Signale werden gegen die tatsächlichen Signale des Laufs geprüft; Pfade zu Evidenzdateien stammen aus den zitierten Signalen, nicht vom LLM. Ist kein LLM-Provider konfiguriert, wird jede Kontrolle als UNKNOWN erfasst und das Framework erhält den Status pending-llm. Ein Sammelsignal COMP-NN fasst die Ergebnisse je Framework zusammen.

Jede Kontrolle im Katalog deklariert zusätzlich eine evidence_basis, also die Signalfamilie oder das Dokument, an dem sie gemessen werden soll. Der Evaluator filtert nicht nach diesem Feld. Es zeigt Prüfern, welche Evidenz zählt, und erscheint in der HTML-Publikation als Umfang der automatisierten Prüfung. Dokumente wie Richtlinien, Runbooks und Architekturbeschreibungen gelangen über den Ingest-Pass und den Kontext-Pass in den Lauf.

Alle 18 Privacy-Kontrollen (SOC_2_P1.1 bis SOC_2_P8.1) deklarieren assessment_type_scope: [aud]: Sie erfordern Audit-Evidenz wie Datenschutzhinweise, Einwilligungsnachweise und Verfahren für Betroffenenanfragen. Im gesamten Katalog nennen 29 Kontrollen die Lösungsarchitektur und 27 die Betriebs-Runbooks als Kontext. SOC_2_CC6.4 Physical access restrictions ist als csp_inherited: true gekennzeichnet; die Kontrolle wird also üblicherweise aus dem eigenen Prüfbericht des Cloud-Anbieters übernommen. 18 Kontrollen deklarieren eine Signalfamilie:

KontrolleTitelDeklarierte Evidenzbasis
SOC_2_CC4.1Ongoing evaluations of internal controlsOBS, Kontext ops_runbooks
SOC_2_CC5.1Selection and development of control activities to mitigate risksTF (Pass 06), Kontext solution_arch
SOC_2_CC5.2Selection and development of general technology controlsTF (Pass 06), IAM
SOC_2_CC6.1Logical access security controlsIAM
SOC_2_CC6.2Access provisioning and removalIAM
SOC_2_CC6.3Access removal on role change or terminationIAM
SOC_2_CC6.5Encryption of data at rest and in transitCRYPTO (Pass 08), EGR (Pass 07)
SOC_2_CC6.6Protection against threats from outside system boundariesEGR (Pass 07), OBS
SOC_2_CC6.7Protection and transmission of confidential informationEGR (Pass 07), CRYPTO (Pass 08)
SOC_2_CC6.8Detection of unauthorised changes to infrastructureTF (Pass 06), OBS
SOC_2_CC7.1Detection and monitoring of new vulnerabilitiesOBS, Kontext cmdb_export
SOC_2_CC7.2Monitoring for anomalous activityOBS
SOC_2_CC7.3Evaluation of security incidentsKontext ops_runbooks, OBS
SOC_2_CC8.1Managed infrastructure, data, software, and procedure changesKontext ops_runbooks, TF (Pass 06)
SOC_2_A1.1Availability commitments and system requirementsOBS, Kontext ops_runbooks
SOC_2_PI1.3System processing is complete, accurate, timely, and authorisedKontext solution_arch, OBS
SOC_2_PI1.5Detection and correction of processing errorsKontext ops_runbooks, OBS
SOC_2_P6.7Personal information disclosed only through secure meansCRYPTO (Pass 08), EGR (Pass 07)

Hinweis: Dieser Katalog deklariert die Signalfamilien IAM, OBS. Kein Pass der aktuellen Version erzeugt Signale mit diesen Präfixen. Die betroffenen Kontrollen werden daher in der Praxis anhand verwandter Signale (etwa Terraform-, Egress- oder Kryptografie-Befunde) und anhand von Kontextdokumenten bewertet.

Aufbau der Kontrollen ​

Domäne / SäuleKontrollenDeklarierte automatisierte EvidenzBeispielkontrollen
CC1: Control Environment50SOC_2_CC1.1 Integrity and ethical values; SOC_2_CC1.2 Board independence and oversight of information security
CC2: Communication and Information30SOC_2_CC2.1 Relevant, quality information to support internal controls; SOC_2_CC2.2 Internal communication of information security objectives and responsibilities
CC3: Risk Assessment40SOC_2_CC3.1 Specification of objectives; SOC_2_CC3.2 Risk identification and analysis
CC4: Monitoring Activities21SOC_2_CC4.1 Ongoing evaluations of internal controls; SOC_2_CC4.2 Communication of internal control deficiencies
CC5: Control Activities32SOC_2_CC5.1 Selection and development of control activities to mitigate risks; SOC_2_CC5.2 Selection and development of general technology controls
CC6: Logical and Physical Access Controls87SOC_2_CC6.1 Logical access security controls; SOC_2_CC6.2 Access provisioning and removal
CC7: System Operations53SOC_2_CC7.1 Detection and monitoring of new vulnerabilities; SOC_2_CC7.2 Monitoring for anomalous activity
CC8: Change Management41SOC_2_CC8.1 Managed infrastructure, data, software, and procedure changes; SOC_2_CC8.2 Software acquisition and development controls
CC9: Risk Mitigation20SOC_2_CC9.1 Risk mitigation activities including transfer; SOC_2_CC9.2 Assessment of vendor and business partner risk
A: Availability31SOC_2_A1.1 Availability commitments and system requirements; SOC_2_A1.2 Environmental threats and recovery planning
PI: Processing Integrity52SOC_2_PI1.1 Complete, accurate, and timely processing; SOC_2_PI1.2 System inputs are complete, accurate, and authorised
C: Confidentiality20SOC_2_C1.1 Identification and maintenance of confidential information; SOC_2_C1.2 Disposal of confidential information
P: Privacy181SOC_2_P1.1 Privacy notice provided to data subjects; SOC_2_P2.1 Choice and consent for personal information collection
Summe6418

Querverweise auf andere Frameworks ​

Mappings je Kontrolle in controls.yaml (maps_to), gezählt nach Ziel-Framework:

Ziel-FrameworkKontrollen mit mindestens einem maps_to-Verweis
ISO_2700143
GDPR11

Deklarierte Querverweis-Hinweise in framework-meta.yaml (auf Framework-Ebene, nicht je Kontrolle): ISO_27001, BSI_C5, GDPR, EUCS, NIS2.

Demo-Variante ​

MerkmalWert
Framework-IDSOC_2_DEMO
Ordnersoc-2-demo
Kontrollen12 (CC1.1, CC2.1, CC3.2, CC4.1, CC5.2, CC6.1, CC6.5, CC7.2, CC7.4, CC8.1, CC9.2, A1.2)
Bewertungsmodusbinary (deklariert)
Katalogversion0.1.0

Die Demo-Variante ist eine Stichprobe der CC-Sicherheitsbasis plus einer Availability-Kontrolle und für Live-Präsentationen gedacht. Ihre Kontroll-IDs entsprechen denen des vollständigen Frameworks (SOC_2_CC1.1 usw.); aktivieren Sie daher in einer Anwendung entweder SOC_2 oder SOC_2_DEMO, nicht beides. Sie wird von swao init nicht automatisch angelegt. Für produktive Assessments verwenden Sie das vollständige SOC_2.

Aktivierung ​

  1. Erkennung. Kopieren Sie den Ordner soc-2 in den Workspace nach wsp/inputs/catalogs/community/soc-2/ (siehe nächster Abschnitt). Jeder Framework-Ordner dort wird automatisch erkannt; eine Registrierung ist nicht nötig. Die Framework-Auswahl der TUI (Run Assessment, dann der Framework-Schritt der Anwendung) bietet ihn an, und der Compliance-Pass löst Kataloge aus diesem Workspace-Ordner auf. In der TUI zeigt die Framework-Auswahl für Anwendungs-Assessments installierte Frameworks, deren assessment_type_scope den Wert app enthält. Dieses Framework deklariert app und aud und erscheint dort; die Auswahl für Landing-Zone-Assessments zeigt alle installierten Frameworks.

  2. Auswahl. Die gewählten Frameworks werden je Anwendung in apps/<app-id>/.swao.yml als assessment.regimes_active gespeichert, und der Compliance-Pass bewertet genau diese Liste. Die TUI schreibt den Eintrag für Sie; auf der Kommandozeile verwenden Sie swao regime-select --app <app-id> --regimes SOC_2. Alternativ bearbeiten Sie die .swao.yml der Anwendung von Hand:

    yaml
    assessment:
      regimes_active: [SOC_2]

    Mehrere Frameworks lassen sich in einer Liste kombinieren. Sollen mehrere Anwendungen gegen dasselbe Framework geprüft werden, tragen Sie die ID bei jeder Anwendung ein.

  3. Workspace-Ebene. Eine Liste regimes_active in der .swao.yml des Workspaces gilt für jede Anwendung ohne eigene Liste. Eine Liste in der App hat immer Vorrang.

  4. Prüfung. Führen Sie swao health-check aus: Der Check meldet IDs in regimes_active, für die kein Katalog installiert ist.

Framework beziehen oder anpassen ​

Die Quelle des Frameworks (framework-meta.yaml, controls.yaml und ggf. weitere Dateien) ist öffentlich. Sie können sie auf GitHub ansehen und per Kopieren und Einfügen übernehmen:

Um das Framework für ein einzelnes Engagement anzupassen, kopieren Sie den Ordner soc-2 in Ihren Workspace nach wsp/inputs/catalogs/community/soc-2/ und bearbeiten Sie dort die Kopie, etwa um Schweregrade anzupassen oder engagementspezifische Kontrollen zu ergänzen. SWAO liest diesen Workspace-Ordner; das mit SWAO ausgelieferte Original bleibt unverändert. Legen Sie die Kopie direkt unter community/ ab, denn Ordner, deren Name mit einem Punkt beginnt, werden übersprungen. Halten Sie regime_meta.id eindeutig: Deklarieren zwei Workspace-Ordner dieselbe ID, wird nur einer davon geladen. swao framework info SOC_2 zeigt die mitgelieferten Metadaten an.

Grenzen und Hinweise ​

  • SWAO erstellt eine evidenzbasierte Voreinschätzung. Sie ist weder eine Zertifizierung noch ein Prüfungsurteil oder eine Rechtsberatung. Prüfen Sie jedes Ergebnis SATISFIED und GAP, bevor Sie sich darauf stützen, und ziehen Sie für formale Compliance-Aussagen qualifizierte Prüfer oder Rechtsberater hinzu.
  • Die Ergebnisse hängen von der im Lauf verfügbaren Evidenz (Code, Konfiguration, Infrastructure-as-Code, eingelesene Dokumente) und von der Bewertung durch das LLM ab. Spricht kein Signal eine Kontrolle an, ist das LLM angewiesen, UNKNOWN statt GAP zu liefern.
  • Organisatorische, physische und vertragliche Kontrollen lassen sich nicht aus Code belegen. Dafür werden vom Kunden bereitgestellte Dokumente benötigt.
  • Einen SOC-2-Bericht kann nur eine zugelassene Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erstellen. SWAO prüft nicht die Wirksamkeit über einen Zeitraum, die den Kern eines Type-II-Berichts bildet.
  • Welche Kategorien gelten, hängt von den Leistungszusagen der Organisation ab; entfernen Sie nicht relevante Kategorien in einer Workspace-Kopie oder behandeln Sie deren Ergebnisse als N_A.