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SecNumCloud v3.2, ANSSI-Qualifizierung für souveräne Clouds (SECNUMCLOUD) ​

Auf einen Blick ​

MerkmalWert
Framework-ID (für regimes_active)SECNUMCLOUD
HerausgeberANSSI, Agence nationale de la sécurité des systèmes d'information (Frankreich)
Version3.2
StatusIn den Katalog-Metadaten nicht angegeben
SWAO-Katalogversion1.0.0
Anzahl Kontrollen59
Bewertungsmodusbinary (in framework-meta.yaml deklariert)
Assessment-Scope (framework-meta)lz, aud
Signal-PräfixSECNUM
Lizenz und WeitergabeVon der ANSSI veröffentlicht; die englische Übersetzung v3.2.a stellt ITIF bereit. Die Beschreibungen geben die Anforderungen sinngemäß wieder und sind keine Rechtsberatung.
Zuletzt geprüft2026-09-22

Bekanntes Problem: In dieser Version besteht der SECNUMCLOUD-Katalog die Schemavalidierung von SWAO nicht und wird vom Compliance-Pass nicht geladen. Siehe Grenzen und Hinweise.

Worum es geht ​

SecNumCloud ist das Qualifizierungsverfahren der ANSSI, der französischen nationalen Cybersicherheitsbehörde, für Cloud-Anbieter, die sensible Daten verarbeiten. Ein Anbieter erhält die Qualifizierung nach einem Audit durch eine akkreditierte Prüfstelle; die ANSSI veröffentlicht die Liste der qualifizierten Anbieter. Über klassische Sicherheitskontrollen hinaus verlangt SecNumCloud Immunität gegenüber extraterritorialem Recht, Betrieb und Support aus der EU, Reversibilität und Transparenz. Damit ist es ein Bezugspunkt für Anforderungen an souveräne Clouds in Europa.

Der SWAO-Katalog gliedert 59 Kontrollen in 19 Kapitel, von Governance und Personal bis zu Datensouveränität, Transparenz und Umweltmanagement.

Wer es in SWAO nutzen sollte und wann ​

Setzen Sie SECNUMCLOUD in Landing-Zone-Assessments ein, wenn die Zielplattform französische oder europäische Erwartungen an eine souveräne Cloud erfüllen muss: Workloads der französischen öffentlichen Verwaltung, Daten der Stufe Diffusion Restreinte oder vergleichbar sowie EU-regulierte Workloads, die Schutz vor extraterritorialem Zugriff erfordern. Hilfreich ist es auch beim Vergleich eines Anbieterangebots mit den Erwartungen an EUCS auf hohem Vertrauensniveau oder mit BSI_C5.

Der Katalog bewertet Anbieter und Plattform, nicht Anwendungscode: 18 Kontrollen haben den Scope lz, 32 aud und 9 beide.

Was SWAO prüft ​

Die Kontrollen werden im Compliance-Pass bewertet (Pass 11, COMP). Für jedes Framework in assessment.regimes_active übergibt der Pass ID, Titel, Beschreibung und Standard-Schweregrad jeder Kontrolle zusammen mit allen zuvor im Lauf erzeugten Signalen in Blöcken zu je 20 Kontrollen an das konfigurierte LLM. Das LLM liefert je Kontrolle ein Ergebnis mit kurzer Begründung:

ErgebnisBedeutung
SATISFIEDDie Signale bestätigen, dass die Kontrolle erfüllt ist.
PARTIALEinzelne Elemente sind vorhanden, es bleiben jedoch Lücken.
GAPDie Signale zeigen, dass die Kontrolle nicht erfüllt ist.
UNKNOWNKein Signal spricht für oder gegen die Kontrolle.
N_ADie Kontrolle ist für diesen Workload nicht anwendbar (mit Begründung).

Vom LLM zitierte Signale werden gegen die tatsächlichen Signale des Laufs geprüft; Pfade zu Evidenzdateien stammen aus den zitierten Signalen, nicht vom LLM. Ist kein LLM-Provider konfiguriert, wird jede Kontrolle als UNKNOWN erfasst und das Framework erhält den Status pending-llm. Ein Sammelsignal COMP-NN fasst die Ergebnisse je Framework zusammen.

Jede Kontrolle im Katalog deklariert zusätzlich eine evidence_basis, also die Signalfamilie oder das Dokument, an dem sie gemessen werden soll. Der Evaluator filtert nicht nach diesem Feld. Es zeigt Prüfern, welche Evidenz zählt, und erscheint in der HTML-Publikation als Umfang der automatisierten Prüfung. Dokumente wie Richtlinien, Runbooks und Architekturbeschreibungen gelangen über den Ingest-Pass und den Kontext-Pass in den Lauf.

Die meisten Kontrollen stützen sich auf Dokumente: Compliance-Dokumentation (24 Kontrollen), Lösungsarchitektur (17) und Betriebs-Runbooks (12). Sieben Kontrollen nennen statt einer Signalfamilie ein bestimmtes Signal als Evidenz:

KontrolleTitelDeklarierte Evidenzbasis
SECNUM_IAM_01Privileged access management and least-privilegeSignal IAM_PRIVILEGED_ACCESS, Kontext solution_arch
SECNUM_IAM_02Multi-factor authentication for privileged and remote accessSignal IAM_MFA_ENABLED
SECNUM_CRY_01Encryption at rest for customer dataSignal ENCRYPT_AT_REST
SECNUM_CRY_02Encryption in transit using approved protocolsSignal ENCRYPT_IN_TRANSIT
SECNUM_VUL_01Vulnerability scanning and management processSignal VULN_SCAN_ENABLED, Kontext ops_runbooks
SECNUM_LOG_01Security event logging coverageSignal STATE_LOG_ENABLED
SECNUM_LOG_03Log retention periodSignal STATE_LOG_RETENTION_DAYS

Aufbau der Kontrollen ​

Domäne / SäuleKontrollenDeklarierte automatisierte EvidenzBeispielkontrollen
Chapter 1: Governance and Risk Management30SECNUM_GOV_01 Information security governance structure; SECNUM_GOV_02 Risk assessment and treatment process
Chapter 2: Human Resources Security30SECNUM_HRS_01 Background screening for security-sensitive roles; SECNUM_HRS_02 Security awareness and training programme
Chapter 3: Physical and Environmental Security30SECNUM_PHY_01 Secure perimeter and access control for data centres; SECNUM_PHY_02 Environmental controls for infrastructure protection
Chapter 4: Asset Management and Lifecycle30SECNUM_AST_01 Hardware asset inventory and lifecycle management; SECNUM_AST_02 Secure disposal of storage media
Chapter 5: Access Control and Authentication42SECNUM_IAM_01 Privileged access management and least-privilege; SECNUM_IAM_02 Multi-factor authentication for privileged and remote access
Chapter 6: Cryptography32SECNUM_CRY_01 Encryption at rest for customer data; SECNUM_CRY_02 Encryption in transit using approved protocols
Chapter 7: Network Security and Filtering40SECNUM_NET_01 Network segmentation and tenant isolation; SECNUM_NET_02 Firewall and network filtering controls
Chapter 8: Secure Development30SECNUM_DEV_01 Secure software development lifecycle (SSDLC); SECNUM_DEV_02 Code review and security testing
Chapter 9: Patch Management and Vulnerability Management31SECNUM_VUL_01 Vulnerability scanning and management process; SECNUM_VUL_02 Patch management and deployment cadence
Chapter 10: Incident Management30SECNUM_INC_01 Security incident response process; SECNUM_INC_02 Security incident notification to customers
Chapter 11: Business Continuity30SECNUM_BCM_01 Business continuity and disaster recovery plan; SECNUM_BCM_02 Geographic redundancy and data replication
Chapter 12: Compliance and Legal Requirements20SECNUM_CPL_01 French and EU legal framework compliance; SECNUM_CPL_02 Intellectual property and licence compliance
Chapter 13: Audit and Logging42SECNUM_LOG_01 Security event logging coverage; SECNUM_LOG_02 Log integrity and tamper protection
Chapter 14: Cloud Configuration Management30SECNUM_CFG_01 Hardened configuration baselines; SECNUM_CFG_02 Change management for infrastructure components
Chapter 15: Supply Chain and Third-Party Management30SECNUM_SCM_01 Third-party supplier security assessment; SECNUM_SCM_02 EU-based subprocessor requirement
Chapter 16: Reversibility and Portability30SECNUM_REV_01 Customer data export capability; SECNUM_REV_02 Service termination and data deletion
Chapter 17: Data Sovereignty and Extraterritoriality30SECNUM_SOV_01 No extraterritorial law exposure for customer data; SECNUM_SOV_02 EU-based support staff access restrictions
Chapter 18: Transparency and Certification30SECNUM_TRS_01 SecNumCloud qualification maintenance; SECNUM_TRS_02 Security transparency report
Chapter 19: Environmental and Energy Management30SECNUM_ENV_01 Power usage effectiveness (PUE) target; SECNUM_ENV_02 Renewable energy sourcing
Summe597

Querverweise auf andere Frameworks ​

Mappings je Kontrolle in controls.yaml (maps_to), gezählt nach Ziel-Framework:

Ziel-FrameworkKontrollen mit mindestens einem maps_to-Verweis
ISO_2700138
NIS213
GDPR8

Deklarierte Querverweis-Hinweise in framework-meta.yaml (auf Framework-Ebene, nicht je Kontrolle): EUCS, BSI_C5, ISO_27001, GDPR, NIS2.

Aktivierung ​

  1. Erkennung. Kopieren Sie den Ordner secnumcloud in den Workspace nach wsp/inputs/catalogs/community/secnumcloud/ (siehe nächster Abschnitt). Jeder Framework-Ordner dort wird automatisch erkannt; eine Registrierung ist nicht nötig. Die Framework-Auswahl der TUI (Run Assessment, dann der Framework-Schritt der Anwendung) bietet ihn an, und der Compliance-Pass löst Kataloge aus diesem Workspace-Ordner auf. Dieses Framework deklariert assessment_type_scope: [lz, aud]. Die TUI-Auswahl für Anwendungs-Assessments zeigt es daher nicht an; es ist für das Landing-Zone-Assessment gedacht, dessen Auswahl alle installierten Frameworks zeigt. Beachten Sie das unter Grenzen und Hinweise beschriebene Schemaproblem: In dieser Version wird der Katalog nicht geladen.

  2. Auswahl. Die gewählten Frameworks werden je Anwendung in apps/<app-id>/.swao.yml als assessment.regimes_active gespeichert, und der Compliance-Pass bewertet genau diese Liste. Die TUI schreibt den Eintrag für Sie; auf der Kommandozeile verwenden Sie swao regime-select --app <app-id> --regimes SECNUMCLOUD. Alternativ bearbeiten Sie die .swao.yml der Anwendung von Hand:

    yaml
    assessment:
      regimes_active: [SECNUMCLOUD]

    Mehrere Frameworks lassen sich in einer Liste kombinieren. Sollen mehrere Anwendungen gegen dasselbe Framework geprüft werden, tragen Sie die ID bei jeder Anwendung ein.

  3. Workspace-Ebene. Eine Liste regimes_active in der .swao.yml des Workspaces gilt für jede Anwendung ohne eigene Liste. Eine Liste in der App hat immer Vorrang.

  4. Prüfung. Führen Sie swao health-check aus: Der Check meldet IDs in regimes_active, für die kein Katalog installiert ist.

Framework beziehen oder anpassen ​

Die Quelle des Frameworks (framework-meta.yaml, controls.yaml und ggf. weitere Dateien) ist öffentlich. Sie können sie auf GitHub ansehen und per Kopieren und Einfügen übernehmen:

Um das Framework für ein einzelnes Engagement anzupassen, kopieren Sie den Ordner secnumcloud in Ihren Workspace nach wsp/inputs/catalogs/community/secnumcloud/ und bearbeiten Sie dort die Kopie, etwa um Schweregrade anzupassen oder engagementspezifische Kontrollen zu ergänzen. SWAO liest diesen Workspace-Ordner; das mit SWAO ausgelieferte Original bleibt unverändert. Legen Sie die Kopie direkt unter community/ ab, denn Ordner, deren Name mit einem Punkt beginnt, werden übersprungen. Halten Sie regime_meta.id eindeutig: Deklarieren zwei Workspace-Ordner dieselbe ID, wird nur einer davon geladen. swao framework info SECNUMCLOUD zeigt die mitgelieferten Metadaten an.

Grenzen und Hinweise ​

  • SWAO erstellt eine evidenzbasierte Voreinschätzung. Sie ist weder eine Zertifizierung noch ein Prüfungsurteil oder eine Rechtsberatung. Prüfen Sie jedes Ergebnis SATISFIED und GAP, bevor Sie sich darauf stützen, und ziehen Sie für formale Compliance-Aussagen qualifizierte Prüfer oder Rechtsberater hinzu.
  • Die Ergebnisse hängen von der im Lauf verfügbaren Evidenz (Code, Konfiguration, Infrastructure-as-Code, eingelesene Dokumente) und von der Bewertung durch das LLM ab. Spricht kein Signal eine Kontrolle an, ist das LLM angewiesen, UNKNOWN statt GAP zu liefern.
  • Organisatorische, physische und vertragliche Kontrollen lassen sich nicht aus Code belegen. Dafür werden vom Kunden bereitgestellte Dokumente benötigt.
  • Bekanntes Problem in dieser Version: Die sieben signal:-Einträge entsprechen keinem der Evidenztypen, die das Katalogschema von SWAO akzeptiert; der Katalog besteht daher die Validierung beim Laden nicht. Der Compliance-Pass meldet dann, dass für SECNUMCLOUD kein Katalog gefunden wurde. Prüfen Sie das Ergebnis von swao health-check und die COMP-Signale Ihres Laufs, bevor Sie sich auf dieses Framework stützen. Kein Pass der aktuellen Version erzeugt die in diesen Einträgen genannten Signal-IDs.
  • Die SecNumCloud-Qualifizierung erteilt die ANSSI nach einem Audit durch eine akkreditierte Stelle. SWAO kann einen Anbieter weder qualifizieren noch vorqualifizieren.